Der Werwolf von Ergste

Der Werwolf von Ergste

Foto: Grauer Wolf am See © hkuchera, fotolia.com

Vor langer Zeit, zur Zeit unserer Urururgroßväter, so etwa vor 300 Jahren, trieb sich in der Ergster Gegend ein Werwolf herum. Er ward in unterschiedlichen Gestalten gesehen und führte immer Böses im Schilde und hatte einen Pakt mit dem Teufel besiegelt.

Glaubt man den Geschichten, so kann er von einem unschuldigen Kind bezwungen werden. Dieses muss etwas aus Stahl über das Unwesen werfen und diese, bevor der Werwolf es haschen kann, auf der anderen Seite schnell auffangen. Misslingt es dem Kinde aber, wird es elendiglich sterben. Zwei Burschen kamen eines Tages daher und per Zufall trug der eine Schere und der andere ein Messer mit sich. Über Kreuz warfen sie die Schneidwerkzeuge über den Werwolf und fingen sie vor dem Werwolf auf. So wurde das gefährliche Untier zur Strecke gebracht.

Dieses zeigte sich nun in seiner menschlichen Gestalt und wurde vor Gericht gestellt. Das hohe Gericht verurteilte den Mann, in die Lenne geworfen zu werden. Sollte er nicht untergehen, so wäre es schuldig. Ginge er aber wie jeder normale Mensch unter, so wolle er freigesprochen werden.

So ward er in die Fluten geworfen und hielt sich über Wasser. Als er bemerkte, die Umstehenden begannen ihn als Werwolf zu betrachten, flehte er den Teufel um Hilfe an. Dieser wusste, dass der Werwolf in der Westentasche eine Nadel hatte, und machte diese so schwer, dass der Werwolf in den Fluten versank und zu ertrinken drohte. So wurde er herausgezogen und freigelassen.

Aber die Bauern trauten dem Frieden nicht und zündeten eines Nachts den schlafenden Werwolf an. Als er erwachte stand er in Flammen und selbst der Teufel konnte ihm nicht mehr helfen, sodass er elendiglich verbrannte. Seine Asche vergrub man außerhalb des Friedhofes und wenn man in stiller Nacht durch Ergste geht, und gut hinhört, kann man sein Winseln und Jaulen hören.

Bildnachweis:

  • Grauer Wolf am See: © hkuchera, fotolia.com