Weking in der Babilonie

Weking in der Babilonie

Foto: Waldklippen © Thomas Reimann, REIMEDIA

Zwischen Lübbecke und Holzhausen, liegt ein Hügel, die Babilonie. Hier stand König Wekings inzwischen versunkene Burg, in der er sitzt und auf seine Zeit wartet. Eine versteckte Tür führt in die Residenz. Und ganz selten erblickt ein besonders Auserwählter diese.

Vor langer Zeit ließ der Schäfer Gerling aus Hille seine Schafe an jenem Hügel weiden und eindeckte drei Blumen, ähnlich wie Lilien, die er pflückte. Trotzdem fand er dort tags darauf wieder diese Blumen, die er ebenfalls abbrach. Und auch am dritten Tag wiederholte sich die Szene. Müde setzte er sich mit den drei Blumen in der Hand nieder. Sogleich erschien ihm eine Jungfrau und zeigte ihm den Eingang in die Babilonie, der mit einem schweren Eisentor verschlossen war. Die Jungfrau hieß ihn das Schloss mit den Blumen zu berühren und das Tor sprang auf. Der Jungfrau folgend gelangte der Schäfer in ein erhelltes Gemach, das mit Gold und Edelsteinen gefüllt war. Ein drohender Hund macht den Schäfer fürchten, aber als er die drei Blumen sah, legte sich nieder. Auch ein alter Mann, König Weking, saß dort und ruhte. Die Jungfrau sprach: „Nimm, was dir gefällt, nur das Beste vergiss nicht!“ Der Schäfer legte die Blumen aus der Hand und stopfte sich sogleich die Taschen voll. Schwer mit Reichtümern beladen und sicher, das Beste zu haben, machte er sich auf den Rückweg. An die drei Blumen dachte er nimmer mehr.

Kaum war er heraußen, sauste das Eisentor heftig zu und schlug ihm die Ferse ab. Er konnte aber noch lange seinen Reichtum genießen nur ist weder seine Ferse geheilt noch konnte er das Eisentor wiederfinden. Das Beste, die Blumen hatte er nämlich vergessen.

Er liegt auf dem Chore in der Kirche zu Hille unter einem großen Stein begraben und seine Nachnachfahren leben auf dem Aswenhof, den er damals gekauft hatte.

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