Die Schwarze Hand von Bödefeld

Die Schwarze Hand von Bödefeld

Foto: Schmallenberg (Hochsauerland) © Jan Schumann, fotolia.com

Bödefeld, ein Ortsteil von Schmallenberg, das im Sauerland liegt, ist in erster Linie bekannt für seine romantischen Fachwerkbauten und die herrliche Natur. Außer dem schönen Ambiente gibt es eine Hauptattraktion: die Pfarrkirche St. Cosmas und Damian. In einer Nische des Kirchturms wird die berühmte „schwarze Hand“ aufbewahrt. Es handelt sich um die rechte Hand eines Mädchens, die mumifiziert ist und bei Bauarbeiten im Jahre 1722 gefunden wurde.

Glaubt man der Überlieferung, ereignete sich vor etwa 250 Jahren Folgendes: Ein junges Mädchen hat im großen Zorn die Hand gegen die eigene Mutter erhoben und diese geschlagen. Bald darauf ist das Mädchen infolge einer Krankheit gestorben und auf dem Friedhof neben der Bödefelder Kirche begraben worden.

Schon am nächsten Tage bemerkte der Küster, dass die rechte Hand des Mädchens aus dem Grabe herausgewachsen sei, als sei sie ein Baum. Der furchtlose Küster hat die Hand schnurstracks wieder unter die Erde gedrückt und war überzeugt, damit habe er alles Notwendige getan.

Aber auch an den folgenden Tagen wuchs die Hand immer wieder aus dem Grabe und man begann sich darüber Gedanken zu machen, was für eine Bedeutung dies haben könnte. Der Pfarrer erkannte bald, dass es sich um eine Warnung von Gott handelte, die er an alle Kinder sandte, dass sich keiner von ihnen an seinen Eltern vergreife und die Hand nach diesen erheben möge.

Mittlerweile war die Hand ganz schwarz vollkommen trocken, so wie das Laub im Herbst, geworden. Der Pfarrer, der dies nicht auf seinem Friedhofe so belassen wollte, schnitt kurz entschlossen die Hand einfach ab. Damit Gotteswarnung aber nicht in Vergessenheit geriete, bewahrte er sie als sichtbares Zeichen in der Kirche auf. So sollte jeder an die Einhaltung des vierten Gebotes, das denn heißt: „Du sollst deinen Vater und Mutter ehren.“, ermahnt werden.

Bildnachweis:

  • Schmallenberg (Hochsauerland): © Jan Schumann, fotolia.com