Die Sage von den Schanollen

Die Sage von den Schanollen

Foto: Waldklippen © Thomas Reimann, REIMEDIA

Auf einem Wanderpfad kommt man von Oberalbaum im Kreis Olpe zu den bis zu 30 Meter aufragenden Albaumer Klippen.

Hier entspringt die Schanollenquelle in der Nähe des Schanollentors und dem winzigen Schanollenhäuschen. Das Tor war ehemals ein Halbrundbogen aus massiven Steinen und das Schanollenhäuschen ist ein winziger Unterstand aus massivem Fels, der gerade einem Mann Schutz gewährt. Hier und in noch schwieriger zu erreichenden Höhlen hausten in lange vergangenen Zeiten die Schanollen, ein Volk kleiner Kobolde und Zwerge. Über undenkbar lange Zeit leisteten sie den Albaumern gute Dienste. Es war durchaus üblich, dass der Stall gemistet, das Vieh gefüttert und die Milch fertig in der Bütte stand noch, bevor der Bauer sein warmes Bett verlassen oder nur eine Hand gerührt hatte.

Besonders bedacht von der Hilfe der Schanollen wurde der Hof der Familie Hellermann, das Haus Mertens, da dies der den Schanollen am nächsten gelegene Hof war. Oft zogen sie auch weiter durch Kleff und Kellerberg nach Oberalbaum. Die Schanollen waren ausgesprochen hilfreich, aber sie ertrugen es nicht, wenn jemand versuchte in ihr Reich auf den Klippen einzudringen.
Eines schönen Tages begab es sich, dass ein junges Mädchen auf der Suche nach Blüten auf die Klippen hinaufstieg. Beim Pflücken der Blumen hatte sie keine Acht auf Weg oder Steg und gelangte so zu ihrem Unglück immer tiefer in das geheimnisvolle Reich der Schanollen.

Nie wieder ward das Mädchen gesehen und auch die Schanollen waren fortan nie mehr am Werke. An der Stelle, an der das Mädchen sich zuletzt befunden hatte, waren riesige, mächtige Felsstücke herabgestürzt und ein dichtes Gewirr aus Fels und Stein versperrt die Höhen der Schanollen. So muss an harten Tagen viel Werk unverrichtet bleiben, weil die fleißigen Schanollen keine Hilfe mehr sind. Allerdings sieht man manchmal eine weiße Gestalt auf den Klippen die Hände ringen und weinen.

Bildnachweis:

  • Waldklippen: © Thomas Reimann, REIMEDIA