Die Sage vom Wixberg

Die Sage vom Wixberg

Foto: Talblick auf Altena © tanyatorgonskaya​, fotolia.com

Dort wo der Linscheider Bach am Fuße des Wixberges in die Lenne fließt, lebte vor Urzeiten ein Holzfäller mit seiner Tochter, deren Mutter im Kindbett geblieben war. Sie waren so arm, dass sie oft nicht wussten, was sie essen sollten und so beschlossen sie, es sei am besten, dass die Tochter sich eine Anstellung in Iserlohn suchen solle. Für den Weg packte der Vater ihr einen Topf Milch und etwas Brot zusammen.

Endlich, auf dem Wixberges angelangt, setzte sich die Maid, voller Trauer über den Abschied von ihrem geliebten Vater, ins Gras. Und als sie so trauerte gewahr sie eine hübsche Schlange mit einer prachtvollen Krone auf dem Kopf, die sprach: „Lässt du mich von deiner Milch und deinem Brot kosten?“ Gerne reichte das Mädchen ihr den Proviant. Die Schlange nahm aber nur einen Tropfen Milch und einen Krümel Brot und bedankte sich höflich. Sie bat, das Mädchen möge über Nacht bleiben, damit sie mit ihren Töchtern wiederkommen könne, damit auch diese die Köstlichkeiten probieren können.
Das zuvorkommende Wesen der Schlange hatte das Mädchen in ihren Bann gezogen und sie stimmte gerne zu, die Nacht auf dem Wixberg zu verbringen. So bettete sie sich unter einem Baume im sanften Moose zur Ruhe.

Bei Sonnenaufgang gewahrte sie die Schlange mit ihren drei Töchtern, die ihrer Mutter in Eleganz und Schönheit in nichts nachstanden und jede von einer herrlichen goldenen Krone mit funkelnden Edelsteinen geschmückt war. Des Dankes voll, dass sie ihr Versprechen gehalten habe, begrüßte die Schlange das Mädchen. Die Schlangentöchter probierten das Brot und die Milch und alle bedankten sich höflich, krochen auf ihren Schoß und streifen ihre Kronen ab.

Gerührt von der Dankbarkeit kehrte das Mädchen heim zu ihrem Vater, der mit dem Geld von den Kronen ein stattliches Gemäuer am Linscheid baute.

Alte Altenaer erinnern sich noch an das Patrizierhaus, wo jetzt das Selvesche Werk steht.

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