Die Sage vom Goldstein

Die Sage vom Goldstein

Foto: Teufel und Hexe © JenkoAtaman, fotolia.com

Vor sehr langer Zeit, als Drachen, Hexen und der Teufel noch als wirklich galten, da erzählte man sich folgende Sage im Kreis Lenne-Hundesoßen:

Während der Nacht zum ersten Mai, der Walpurgisnacht, in der die Hexen um das Feuer tanzen, feierte auch der Teufel mit ihnen. Gelöst vom Met, jagten sie durch die Nacht. Eine übermütige Hexe begann sich über den Teufel zu amüsieren. Dieser ärgerte sich und sprach: „Du altes Weib voller Warzen und Runzeln, du denkst wohl, weil dir der Met zu Kopfe gestiegen ist, wärst du kräftiger als ich!“

Die Hexe kicherte und antwortete: „Wenn du für eine Mutprobe zu haben bist, dann komm doch mit mir auf den Hohen.“ Droben, als sie auf dem Berg angekommen waren, blickten sie über das Lennetal und die Hexe hob an: „Bist du mutig genug? Hast du die Kraft über die Schlucht zu springen? Wenn du versagst, dann gehört dein Goldschatz mir.“

Der Teufel fasste sich ein Herz und sprang, aber leider reichte sein Sprung nicht aus und mit lautem Knall schlug er auf einem riesigen Findling auf. Er jammerte und stöhnte beim Aufstehen und der Stein zeigte die Abdrücke von Knien, Ellenbogen und dem Haupte des Teufels. Unter Hohngelächter brauste die Hexe über ihm herum. Voller Hass verfluchte der Teufel seinen verwetteten Schatz unter den Findling – den Goldstein. Voller Triumph flog die Hexe über ihn hinweg. Wütend verfluchte der Teufel den Schatz, den er verloren hatte unter den Findling: den Goldstein!

Leider wurde der Stein beim Bau einer Bahntrasse etwa 1885 gesprengt. Man nimmt an, dass es sich um einen Hinrichtungsstein mit Vertiefungen für Ellbogen, Kopf und Knie handelte. Außerdem war der Ort mit seinen aus den morastigen Auen der Lenne aufsteigenden fauligen Gasen, die als Seelen angesehen wurden, ein gruseliger Ort. So wundert die Sage über diese Stelle nicht.

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