Wie die Kohle im Ruhrgebiet entdeckt wurde

Wie die Kohle im Ruhrgebiet entdeckt wurde

Foto: Muttenthal © Jule Berlin, fotolia.com

Man ist heute nicht mehr in der Lage ganz genau zu bestimmen, wann und wo der Abbau der Steinkohle im Ruhrgebiet begonnen hat. Aber es existiert eine uralte Sage über einen jungen Schweinehirten, der im Muttental, das sich in der Nähe von Witten befindet, das schwarze Gold des Ruhrgebietes entdeckt haben soll. Noch heute gibt es das Muttental, das südlich von Bochum gelegen ist und wo man alte Bergwerkstollen und viele Gegenstände des frühen Bergbaus besichtigen kann.

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass man sich solche oder zumindest sehr ähnliche Geschichten auch in anderen Kohleabbaugebieten erzählt. Trotzdem aber könnte gerade diese hier die wahre Entdeckung der Steinkohle um Ruhrgebiet erzählen und der Bergbauwanderweg im Muttental ist ein lohnenswertes Ziel.

Vor langer Zeit hütete hier ein Bursche die Schweine. Als er Zeit wurde, sah er sich nach einer Stelle um, die geeignet erschien ein Feuer zu entfachen. Dabei entdeckte er eine Mutte, also ein Muttertier, das am Fuße eines Baumes ein Loch gewühlt hatte, das als Feuerstelle dienen konnte. Er entfachte also sein Feuer und wunderte sich, wie lange und heiß die Glut hielt. Dies war sehr ungewöhnlich für ein paar wenige Hölzer, etwas Laub und trockenem Gras. Und selbst am späten Abend, als er sich mit seinen Schweinen auf den Heimweg machte, bemerkte er verwundert, dass das Feuer noch immer nicht erloschen war.

Sogar am nächsten Morgen, als er wieder zu der Stelle kam, fand er große Glut, die aber nicht vom Holze, sondern von schwarzer Erde kam. Am Abend erzählte er dem Vater, dass er schwarze Steine gesehen hätte, die noch viel größere Hitze und Glut als hartes Holz erzeugten und diese auch über die ganze Nacht hielten.

Der clevere Vater untersuchte die Stelle und begann genau dort, „Op de Mutte“ die erste Steinkohle des Ruhrgebietes abzubauen.

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