Der Kiepenkerl – ein westfälisches Original

Der Kiepenkerl – ein westfälisches Original

Foto: Kiepenkerl © photofranz56 - fotolia.com

Der Kiepenkerl heißt im münsterländer Platt der Kiepker. Es war der Mann, der die, von den Bauern erzeugten Lebensmittel in die Stadt und auf der anderen Seite die Waren der Stadt, wie Salz und Stoffe, aber auch Post und Nachrichten zu den Bauern aufs Land brachte. Der Kiepenkerl steht oft als Symbol für das Münsterland, da er eine für die Gegend typische Erscheinung war.

Sein Name kommt von der Kiepe, in der die Waren transportiert wurden. Dies war ein Gestell aus Weidengeflecht oder Holz, das auf dem Rücken getragen wurde und bis zu 20 kg wog. Typischerweise trugen die Kiepenkerle eine Tracht, die aus einem blauen Hemd sowie einem roten Halstuch bestand. Manchmal trugen Kiepenkerle auch die traditionellen münsterländer Klompen, klobige, aus einem einzigen Stück geschnitzte Holzschuhe.

Außerdem hatte ein Kiepker immer einen Stock mit bestimmter Länge bei sich, der zum einen als Wanderstock und zum anderen als Maßstab für das Abmessen der Stoffe diente. Zur Ausstattung gehörte weiter immer eine Pfeife, die ihn vor den Stechmücken in der sumpfigen Landschaft schützen sollte.

Kiepenkerle waren, wie der Name schon sagt, normalerweise Männer, da die Arbeit hart war. Trotzdem gab es unter den Kiepenkerlen eine Frau aus dem westlichen Sauerland, die unter dem Namen „Kiepenlisettken“ sehr bekannt war und aufgrund ihres freundlichen Wesens und ihrer Ehrlichkeit sehr beliebt war.

Im 19. Jahrhundert war es im Bürgertum modern, sich auf das ländliche Leben zu besinnen. Dazu gehörte auch der Kiepenkerl, den es um diese Zeit auf dem Lande noch gab.
Das Kiepenkerldenkmal wurde von August Schmiemann geschaffen und am 16. Oktober 1896 auf dem Spiekerhof im Kiepenkerlviertel errichtet, aber leider nach dem Kriege zerstört. Albert Mazotti und Heinrich Ostlinning schufen nach altem Vorbild eine Statue, die zum Bauerntag am 20. September 1953 am alten Platz eingeweiht wurde.

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