Die Hexe von Steupingen – eine Legende aus dem Drolshagener Land

Die Hexe von Steupingen – eine Legende aus dem Drolshagener Land

Foto: Magdfigur Westfalen © Martina Berg​, fotolia.com

Nahe der kleinen Ansiedlung Wormberg südlich von Drolshagen liegt der Berg Steupingen. Hier haust die alte, bucklige Hexe, die in den umliegenden Wäldern für Unwesen sorgt. Sie lebt zusammen mit einem hässlichen Männlein, das einem Pferdefuß hat und ihr bösartiger Hund, frisst ausschließlich Pferdefleisch. Sonst gibt es auf ihrem Anwesen noch einen etwas heimtückischen Ziegenbock sowie fünf Krähen und fünf lackschwarze Katzen. Die Katzen sind bei Tageslicht hübsche Mädchen aus Drolshagen, nur eine stammt nicht von dort, sondern aus Olpe. Diese schmucke Maid hört auf den Namen Lisi und man sagt ihr nach, die Männer im Wirtshaus zu halten.

Wenn die trinkenden und debatierenden Männer am Tisch in der Wirtschaft sitzen, saust die Lisi auf ihrem Besen um das Wirtshaus, sodass es sofort beginnt, in Strömen zu regnen, zu blitzen und zu stürmen. Das Unwetter klappert und zerrt an den Fenstern, als ob die Welt untergehen möge. Den trinkenden Männern bleibt gar nichts anderes übrig als bis tief in die Nacht sitzen zu bleiben und weiter zu trinken. Dann wispert die alte Hexe: „Sie sitzen und trinken, ja so mag es mir gefallen!“

Und wenn die Frauen in Drolshagen und Olpe nachts auf ihre trinkfreudigen Männer warten, wissen sie, daran ist alleine die Hexe von Steupingen schuld.

Die Sage geht zurück auf das 12. Jahrhundert, als das Sauerland christianisiert wurde und die Bewohner Fragmente ihres alten Glaubens einfach nicht aufgaben. Und bereits zur Zeit der Germanen war Wormbach eine bedeutsame Kultstätte, was man an den sogenannten Totenwegen, die sternförmig, auch von Drolshagen und Olpe, nach Wombach führten, erkennen kann. Die ersten Kirchen wurden an bestehenden heidnisch-sakralen Kultstätten errichtet und steht man auf dem höchsten Punkt der Rheinlandstraße bei Womberg, leitet der Turm der Drolshagener St.-Clemens-Pfarrkirche wie das Korn in der Kimme zwischen Papenberg und Buscheid die Augen nach Wormbach.

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