Der Grinkenschmidt vom Rösteberg

Der Grinkenschmidt vom Rösteberg

Foto: Bauer auf dem Feld © Stephen, fotolia.com

In dem Rösteberge, do wuhrnde vor ollen Tieden en wilden Man, de hedde Grinkenschmidt, un de lag in en deip Lok unner de Erde, dat is nu ganz met Greß und Strüker bewassen; men man kann doch noch seihn, wo et west ist. In düt Lok hadde he siene Schmiede, un he mock so eislike rohre Saken, de duerden ewig, un siene Schlörter konn kien Mensk orpenkriegen sonner Schlürtel. An de Kerkendöhr to Nienberge sall auk en Schlott von em sien, do sind de Deiwe all vör west, men se könnt et nicht toschande maken. Wenn der denn ne Hochtied was, queimen de Bueren und lenden von Grinken en Spitt, do mosten se em en Broden vör gierwen. Kam auk es en Buer vör dat Lok und sede: »Grinkenschmidt, giff mi en Spitt.« – »Krigst kien Spitt, giff mi en Broden.« – »Krigst kienen Broden, holt dien Spitt.« Do word Grinken so hellig aße der to un reep: »Wahr du, dat ik kienen Broden nierme.« De Buer gonk den Berg enbilink no sien Hues, do lag sien beste Perd in en Stall, un en Been was em utrierten, dat was Grinkenschmidt sien Broden *).

Der Grinkenschmidt war ein Riese, der nach der Sage vor vielen Jahren am Rösteberg in einer Höhle unter der Erde lebte. Er soll gewaltige Pranken gehabt haben und seine großen Füße trugen ihn schnell durch das ganze Münsterland. Er sah wahrlich Furcht einflößend aus, trotzdem war er für seinen Hilfsbereitschaft bekannt.

Und so trug sich folgende Geschichte zu:
Eines Tages bat ein Bauer: „Grinkenschmidt, gib mir einen Spieß.“ Nach der Hochzeit aber warf er den Spieß vor des Riesen Tür und sagte: „Kriegst keinen Braten. Hol deinen Spieß.“ Der wütende Riese schrie: „Wehe dir, wenn ich keinen Braten kriege!“ Zuhause fand der Bauer sein bestes Pferd, dem ein Bein ausgerissen war. Das war der Braten des Grinkenschmidt.

*) Quelle: Deutsche Sagen, Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Brüder Grimm), Kassel 1816/18, Nr. 156

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