Wildpferde im Meerfelder Bruch – die Dülmener

Wildpferde im Meerfelder Bruch – die Dülmener

Foto: Wildpferde © Thomas Kranenberg, fotolia.com

Wenn Sie an Wildpferde denken, dann stehen womöglich die endlosen Prärien des amerikanischen Westens vor Ihrem geistigen Auge, vielleicht auch die Steppen Asiens. Doch wer denkt bei dem Begriff Wildpferde schon an das Münsterland? Und doch gibt es sie dort, und zwar schon seit vielen Jahrhunderten. Im Merfelder Bruch, im südlichen Münsterland, leben die Dülmener Wildpferde.

Erstmals erwähnt wurden die Wildpferde, die in großen Beständen in der Region um Dülmen lebten, bereits im Jahre 1312. In den folgenden Jahrhunderten konnte sich der Bestand in dem Gebiet, das den Pferden ideale Lebensbedingungen bot, erhalten. Damit war allerdings zu dem Zeitpunkt Schluss, als die Kultivierung der Landwirtschaft voranschritt und der Lebensraum der Wildpferde immer mehr eingeschränkt wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Bestand auf wenige Tiere zusammengeschmolzen. Doch da trat Herzog Alfred von Croy auf den Plan und richtetet im Jahre 1847 ein Reservat für die vom Aussterben bedrohten Dülmener Wildpferde ein. Ihm und seiner Initiative ist es zu verdanken, dass sich aus den verbliebenen 20 Dülmener Wildpferden wieder eine Stammherde mit rund 400 Tieren entwickeln konnte. Das Reservat umfasst heute 350 Hektar naturbelassener Landschaft. Hier leben die Pferde in kleinen Familienverbänden unter natürlichen Bedingungen inmitten von Wäldern, Wiesen und Wasserläufen. Nur in den härtesten Wintermonaten erhalten sie Zufutter, Tierarzt und Schmied kennen sie nicht – eben wie echte Wildpferde. Besucher sind von Frühjahr bis Herbst an den Wochenenden und Feiertagen von 10.00 bis 18.00 Uhr gegen eine geringe Eintrittsgebühr willkommen. Einmal im Jahr allerdings gibt es ein großes Spektakel: Der Wildpferdefang im Meerfelder Bruch lockt tausende Besucher an. Die Jährlingshengste werden zusammengetrieben, eingefangen und versteigert. Das hat den Sinn, Inzucht zu verhindern und eine Überpopulation zu vermeiden, denn die Junghengste haben keine Möglichkeit, abzuwandern und eigene Herden zu bilden.

Weitere Infos finden Sie hier: http://www.wildpferde.de/index.php?id=3

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  • Wildpferde: © Thomas Kranenberg, fotolia.com