Der Doberg in Bünde – da, wo einst das Meer war

Der Doberg in Bünde – da, wo einst das Meer war

Foto: Waldklippen © Thomas Reimann, REIMEDIA

Da, wo einst das Meer war, kann man heute wunderbar spazieren gehen. Ein von Blumen umwachsener Weg schlängelt sich durch die schluchtartige Landschaft aus Mergelklippen. Links erhebt sich eine bewachsene Anhöhe bis hinauf zu einem kleinen Wäldchen. Rechts ragen die Klippen empor, stumme Zeugen des jahrzehntelangen Mergelabbaus. Folgt man dem Weg bis zu seinem Ende, gabelt er sich und führt entweder in das kleine, verwunschen anmutende Waldstück oder über einen schmalen, steilen Aufstieg hinauf auf die Klippen. Hier können die Spaziergänger über weite Wiesen wandern, die einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung bieten, Drachen steigen lassen oder vom Rand der Klippen aus einen Blick in die Tiefe werfen.

Was macht den Doberg so besonders?

Der Doberg entstand im Oligozän vor rund 33 bis 23 Millionen Jahren. In dieser Zeit reichte die Nordsee bis in den Kasseler Raum. Der Doberg besteht aus Ablagerungen dieser Ur-Nordsee und beinhaltet zahlreiche Fossilien, von denen einige im Dobergmuseum in Bünde zu sehen sind. Das bekannteste Fossil ist das Skelett einer Seekuh, die 1911 gefunden wurde.
Aufgrund der einzigartigen Bodenbeschaffenheit ist der Doberg heutzutage ein Naturschutzgebiet, in dem sich verschiedene Lebensräume vereinen. Weit verbreitet sind die sehr artenreichen Magerwiesen, aber auch kleinere Feucht- und Waldgebiete. In Kombination mit den Mergelfelsen entsteht so ein Lebensraum für seltene Insektenarten und zahlreiche Kleintiere.

Wir gehen in den Doberg

Da der Doberg eigentlich kein Berg, sondern vielmehr eine zerklüftete Felsenlandschaft ist, sagt man im einheimischen Sprachgebrauch nicht: Wir gehen auf den Doberg, sondern stattdessen: Wir gehen in den Doberg. Ein Spaziergang in dem mit 48 ha vergleichsweise kleinen Naturschutzgebiet bietet Besuchern einen Ausflug in ein echtes Naherholungsgebiet. Hier lässt es sich gemütlich wandern oder joggen. Kinder und Hunde können sich nach Herzenslust austoben und an verschneiten Tagen trifft sich die ganze Stadt hier zum Schlittenfahren.

Bildnachweis:

  • Waldklippen: © Thomas Reimann, REIMEDIA