Der Brunnen der Wunder zu Bromberg

Der Brunnen der Wunder zu Bromberg

Foto: Magdfigur Westfalen © Martina Berg​, fotolia.com

In Blomberg lebte eine steinreiche, aber unzufriedene Witwe mit einem Krämerladen. Da sie falsch wog und die Kunden übertölpelte, blieben diese aus. Einige Häuser weiter gab es wieder einen Laden, den eine barmherzige Frau, die manch gutes Werk tat, betrieb. Viel Segen ruhte auf ihrem Hause, sodass sie ständig wohlhabender wurde. Neidisch fragte die böse Witwe nach, ob das mit guten Dingen zu ginge, worauf die gute Frau antwortete, man müsse einen Gott im Kasten haben, mit Arbeit sei’s nicht getan.

Da die böse Witwe den Sinn nicht verstand, rannte sie heimlich zur Kirche und stahl eine kleine Hostie, die ihr Gott zu sein schien, um ihn in die Geldtruhe zu legen. Sie hoffte, nun für immer reich zu sein.

Bald kam der Kirchenraub heraus und Hausdurchsuchungen wurden vorgenommen, so auch bei der Witwe. Diese nahm ihr Raubgut und warf es in den Brunnen, wo es zu ihrem Schrecken auf der Wasseroberfläche schwamm. Als nun die suchenden Mönche auch ihn ihren Brunnen schauten, entdeckten sie das Diebesgut.

Mit ihr nahm man Magd und Knecht gefangen, die die Witwe beschuldigt hatte. Unter der Folter gestand diese aber, falsch bezichtigt zu haben und wurde zur Strafe hingerichtet. Ihr Besitz wurde halb der Kirche und halb Magd und Knecht zugesprochen. Diese führten den Laden fleißig und fromm als Mann und Frau weiter und hatten so den wahren Gott im Hause.

Eines Tages hatte die Frau Zahnschmerzen. Als sie am Brunnen, im dem die Hostie geschwommen war, ihr Antlitz wusch, vergingen diese. Ihr Mann bat einen Lahmen sein Bein mit dem Brunnenwasser zu waschen, worauf ihn die Lahmheit verließ.

Der Abt des nahen Klosters prüfte die Heilkraft erfolgreich an etlichen Kranken. Der Ruf eilte durchs Lipperland und darüber hinaus. Kranke kamen und wurden geheilt, sodass das Kloster durch die vielen Spenden reich wurde.

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